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1 Kommentar(e) zu »Der letzte Schattenschnitzer«

Bibliofeles | 28/01/2014 20:27

Auf Christian von Asters “Der letzte Schattenschnitzer” wurde ich durch eine Leseprobe aufmerksam, welche die Vielfalt an Textsorten im Romans jedoch bei Weitem nicht widerspiegelte. Diese Vielfalt macht einerseits wahnsinnigen Spaß beim lesen und strengt andererseits aber oftmals auch an.

So beginnt das Buch mit einem Vorwort von Jonas Mandelbrodts Schatten, welcher auch immer wieder Passagen aus seiner Sicht erzählt. Um diese besser zu erkennen, sind sie fett gedruckt. Außerdem findet man immer wieder kursiv gedruckte Kapitelauszüge aus dem großen Buch der Schatten, dem “Alchimia Umbrarum”, das einen gewisse Rolle im Roman spielt. Und neben diesen beiden Textsorten gibt es dann noch das ‘normal’ erzählte in der dritten Person. Man könnte meinen, dass auch dies von Jonas’ Schatten erzählt wird, aber im Laufe der Geschichte wird klar, dass es dafür zu unparteiisch geschrieben ist.

“Der letzte Schattenschnitzer” ist in Prolog, drei Bücher und den Epilog unterteilt und die Seite die jeweils den Anfang eines neuen Buches ankündigt ist wunderschön verziert und sieht wie eine große Tür oder ein Fenster aus. Auch eine schöne Idee fand ich, dass vor jedem neuen Kapitelanfang ein Zitat, das mit Schatten zu tun hat, gefügt wurde.

Was den Schreibstil angeht, so ist dieser schon etwas gehoben, gegen Ende ziemlich spannend und die Wortwahl teilweise altmodisch, weshalb ich auch erst dachte, dass sich das Ganze im Mittelalter abspielt – aber das Buch findet in unserer Zeit statt und die Wortwahl ist scheinbar so gewollt, da z.B. die Schatten schon mehrere 100 Jahre alt sind. Der Lesefluss unterscheidet sich zwischen den drei genannten Textsorten. Während die Worte des Schattens sehr flüssig zu lesen sind, muss man sich bei den Buchauszügen schon etwas mehr anstrengen.

Für Fans von Fantasy-Büchern ist “Der letzte Schattenschnitzer” auf jeden Fall eine Empfehlung, da man merkt, dass sich der Autor ordentlich damit auseinandergesetzt hat. Die Figuren haben zwar wenig Tiefgang, aber es geht eher um die Geschichte an sich, nämlich dass einige Schatten wollen, dass sich alle Schatten über ihre Träger erheben. Bei der Sache sollte man während des lesens allerdings schon sein, sonst verliert man leicht den Faden.

Fazit:

Achte deinen Schatten und er achtet dich – ungewöhnliches Thema super umgesetzt.

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