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1 Kommentar(e) zu »Aschamdon«

Bibliofeles | 14/10/2013 20:12

“Aschamdon” ist der erste Band der Amizaras-Reihe und wurde von Valerian Çaithoque, der sich im Buch auch als Chronist darstellt, geschrieben. Der große Wälzer lag erstmal einige Zeit, in der ich ihn immer wieder zur Hand nahm und fasziniert darin blätterte, auf meinen Sofa, bevor ich mich dann an den Text traute. Ich hatte ein bisschen Angst, von den 720 Seiten erschlagen zu werden – doch das Gegenteil war der Fall. Schon nach den ersten Seiten zog mich die Geschichte in ihren Bann und ich musste mich regelrecht zu einer Unterbrechung zwingen.

Die Seiten im Buch sind so aufgemacht, dass sie aussehen, als wären sie aus Pergament und außerdem sind über 200 Illustrationen abgebildet, die aus verschiedenen Epochen stammen. Wenn man die Bilder genau studiert, lassen sich darin zusätzliche Informationen zur Geschichte finden (welche sich aber später im Lauf der Story sowieso ergeben), wobei man teilweise dafür schon eine Lupe braucht, bei den winzig kleinen Lettern auf manchen Abbildungen. Aber gerade das erweckt den Charme einer richtigen Chronik – genauso wie Valerians handschriftliche Anmerkungen, die immer wieder am Rand neben dem gedruckten Text zu finden sind.

In “Aschamdon” werden zwei Handlungsstränge verfolgt, die sich über die 52 Kapitel abwechseln. Zum Einen begleiten wir Rafaela, und zwar von 1944 bis 1965 über verschiedene Orte. Sie wird von Aschamdon, einem sogenannten Ariach, auserwählt, aus der Irrenanstalt befreit und in den Sarastro Orden eingeschleust, in dem sie eine Ausbildung zur Bannzauberin macht. Allerdings nicht weil das dunkle Wesen es gut mit ihr meint, sondern nur, um seine eigenen Pläne mit Rafaelas Hilfe zu verwirklichen. Und dabei scheut er auch nicht davor zurück, ihre Familie in Verbindung mit falschen Versprechungen immer wieder als Druckmittel einzusetzen.

Zum Anderen begleiten wir Atila Fakili im Jahr 2002, einen schmierigen Kunst- und Antiquitätenhändler, der nach einem besonderen Artefakt sucht, mit dem er seine Schulden und die dazugehörigen Eintreiber loswerden kann. Doch plötzlich findet er sich inmitten einer Gruppe wieder, die eine Frau beschützt, welche von überirdischer Schönheit ist. Und auch diese Gruppe trifft auf Aschamdon – eigentlich das Einzige, das Rafaela und Atila verbindet: das Treffen auf verschiedene Ariach.

Worum es sich bei den Ariach genau handelt, lässt sich nicht genau sagen – aber die Menschen würden sie wohl am ehesten der Gattung der Engel zuordnen. Außerdem ergibt die Story, dass sie wohl immer wieder ihre Finger in der Geschichte der Menschheit hatten. Es gibt verschiedene Unterarten, was ein Schaubild im Buch gut verdeutlicht und diese Unterarten führen seit einer wortwörtlichen Ewigkeit Krieg gegeneinander.

Gegen Ende hin, wird die Geschichte immer dichter, so dicht, dass sich der Leser teils schwer tut sie zu entwirren und was bleibt ist nur der Strudel des Buches aus dem man wieder ausgespuckt wird und ein darauf folgendes Fragezeichen. Die Amizaras-Chronik hat ganz eindeutig Kult- und Suchtpotential und macht wahnsinnig neugierig auf den zweiten Band, der den Namen “Sarathoas” tragen wird, wobei es sich wieder um den Namen eines Ariach handelt.

Fazit:

Spannend, hypnotisierend, unvorhersehbar – und das alles in einer atemberaubenden Aufmachung, die man stolz jedem präsentieren möchte.

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