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1 Kommentar(e) zu »Krampus«

Bibliofeles | 28/01/2014 20:17

An “Krampus” von Brom faszinierte mich sofort die faszinierende Aufmachung. Das Wesen auf dem Cover, das Krampus darstellt, erinnerte mich an Gestalten vor denen ich als Kind Angst hatte und die unheimlichen Illustrationen auf den Innenseiten der Buchdeckel verursachten, dass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte. Ich reagierte fast schon hysterisch, als das Buch endlich bei mir ankam.

Ein bisschen enttäuscht war ich dann, als ich anfing zu lesen. Ich hatte damit gerechnet, direkt in eine Horrorstory einzutauchen – aber stattdessen lernte ich erst einmal Jesse, den existenzgescheiterten Musiker, kennen. Von Frau und der kleinen Tochter verlassen, hält er sich mit fragwürdigen Jobs eines Drogenbosses über Wasser und ist einfach nur völlig unglücklich. Somit konnte ihm eigentlich kaum etwas besseres passieren, als durch Zufall in den Krieg zwischen St. Nikolaus und Krampus hineinzugeraten. Neben Krampus’ Fede mit St. Nikolaus hat aber auch Jesse noch eine Rechnung zu begleichen, da sich seine Frau und seine Tochter in Gefahr befinden – und so schließen das Wesen aus der alten Welt und der Musiker einen Deal.

Ich hatte bisher noch nichts von Brom gelesen, hatte aber gehört dass er sehr fesselnd und düster schreibt – düster stimmt auf jeden Fall. Fesselnd wurde die Geschichte aber erst nach und nach, da ich etwas anderes erwartete und deshalb mit leichten Anlaufschwierigkeiten kämpfte.

Nach dem ersten Drittel hatte ich dann aber vor allem Krampus, das vermeintliche Horrorwesen, ins Herz geschlossen. Bevor der christliche Glauben immer populärer und die alten Götter vergessen wurden, war galt er als Herrscher der Julzeit und eigentlich möchte er nichts anders, als an diese alten Zeiten anzuknüpfen, wofür er und seine unfreiwillig verwandelten Helfer, die sogenannten Beltznickel, erst einmal den St. Nikolaus ausschalten müssen.

Eigentlich ist Krampus sogar eine ziemlich bemitleidenswerte Gestalt. Nachdem er bemerkt, dass die Menschen überhaupt nicht mehr an ihn glauben wird er regelrecht depressiv und lässt sich völlig hängen. Gut fand ich, dass der Autor hier auch indirekt darauf hinweist, dass der Großteil der Gesellschaft mit dem alten Glauben absolut nichts mehr anzufangen weiß, was doch sehr schade ist.

An jedem Kapitelanfang findet der Leser Zeichnungen, die zum Kapitel passen und in der Mitte des Buches gibt es farbige Illustrationen der wichtigsten Charaktere – mit diesen Bildern wird der Geschichte etwas mehr Leben eingehaucht.

Was ich aus diesem Buch gelernt habe ist allerdings, dass einem eine zu große Erwartungshaltung eine Geschichte kaputt machen kann. Wäre ich ohne eine bestimmte Vorstellung an “Krampus” herangegangen, hätte das Buch wahrscheinlich besser abgeschnitten – es konnte mich einfach nicht mehr zu 100 % mitreißen.

Fazit:

Eine Fantasygeschichte über das Vergessen alter Götter und Bräuche, die nicht halb so grausam ist, wie es die Buchgestaltung vermuten lässt.

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