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1 Kommentar(e) zu »ins abstrakte treiben«

lyrikkabinett | 13/10/2016 15:54

von Monika Rinck

Brauche ich Beine, um Emily Dickinson zu schätzen? Die Antwort, die Rosmarie Waldrop in ihrem essayistischen Langedicht mit dem Titel »Ins Abstrakte treiben« gibt, ist: ja. Denn um etwas zu wissen, muss der Körper einen Pakt geschlossen haben mit der physischen Welt. »Geistkörperlich intakt«. Da sind die Beine Stellvertreter in Bewegung. In einer so lockeren wie folgerichtigen Weise angeordnet, zeichnet Waldrop die Kontur des Gedankens, der in diesem Moment erst entsteht – klar, diskret, erstaunlich. Als würde sie alle Register der Abstraktion körperlich durchqueren und gedanklich zusammenheften. Was immer sie vorfindet und anspielt, ist aus Höflichkeit gegenüber den Leserinnen und Lesern auf den Gedanken reduziert, auf das Schönste und Klügste, und dennoch semantisch, aber auch in der Textbewegung, der Rhythmik und Komposition verkörpert. Und die Übersetzung macht das mit! Das muss einem erstmal gelingen. »Und glänzt blau wie ein Demonstrativpronomen.«

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