Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch - Martina Hefter

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Deutsche Belletristik / Lyrik

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Ein Handbuch vom Gehen und Stehen in Gedichtform? Ja! Martina Hefters neue Gedichte balancieren leichtfüßig zwischen Gewichten und Aufstieben und entfalten wie nebenbei ein fein choreografiertes 'Movarium' beinahe alltäglicher Bewegungen und Gesten. Ist etwa Sitzen eine typische Haltung des Denkens? Oder doch lieber liegen, nein hüpfen und springen? Wie ändert Bewegung mein Reden? Martina Hefters Texte erkunden die Wechselspiele zwischen Körperhaltungen, Denken und Sprechen, ob beim 'Schnürsenkel binden auf der Straße', 'humpeln, simuliert auf dem Fußballfeld', 'tanzen auf einer Party inmitten von anderen Gästen, die man nicht kennt' oder 'die Hand ausstrecken bei einer Begrüßung, während der andere die Arme ausbreitet'. Aus absichtsvollem Missverstehen und verfremdender Imitation gewinnen 'Stille Post'-Variationen neuen Sinn, und Miniaturtexte, die auch als Anleitungen taugen, stiften an, Bewegungen - wie 'Vergröbern Verkörpern' oder 'Loope super zurück' - selbst auszuprobieren.Über die Buchform hinaus entwickelt Martina Hefter auch fortwährend Übertragungen ihrer Texte in Lecture Performances, die Gedichte und Bewegungen/Tanz zu neuen Formen verschmelzen.

Zum Autor

Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt als Dichterin und Performerin in Leipzig. Ihre Gedichte versteht sie als Erweiterungen körperlicher Bewegung. Neben ihrer literarischen Arbeit beschäftigt sie sich mit Performanceprojekten, die mit dem Zustand des Festgeschriebenseins von Literatur spielen. 2012 war sie Initiatorin und künstlerische Leiterin von 'Bewegungsschreiber. Dichtung trifft Tanz' am Dock 11, Berlin. Zuletzt veröffentlichte sie den Gedichtband »Nach den Diskotheken«, kookbooks 2010, und erhielt den Lyrikpreis Meran sowie ein Arbeitsstipendium des Freistaats Sachsen.

Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch

von Martina Hefter


Lyrik/Dramatik/Essays

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Deutsch
Taschenbuch, 80 Seiten
Kookbooks,
3/2013
ISBN:9783937445557


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Kommentare: 1

DasGedicht | 16/02/2014 20:46

Etwas, das man zur Hand nimmt. Ein Buch, zum Beispiel – ein Handbuch. Martina Hefter überreicht dem Leser mit »Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch« (kookbooks, 2013) ein vierteiliges Kompendium, das die sonderbare Spannung zwischen Bewegung und Stillstand verhandelt. Erst im dritten Teil begegnet man eine Art Poetologie, die ringt zwischen leiblicher Expressivität und skripturaler Anamnese, zwischen Ausgedrücktem und Erinnertem (oder Abgedrücktem): »Wenn aus dem Schreiben eine Haltung wird und man konserviert das, was man geschrieben hat, aber die Haltung nicht, was dann? Wie man sich in eine Haltung hineinschreibt, so kommt man aus ihr nicht heraus. […] Aus der Haltung könnte eine Bewegung werden, deren passivster Teil ich bin« (Martina Hefter: Sitzen. Stehen. Gehen. Sätze).

Dies ist eine bemerkenswerte Einsicht für eine Lyrikerin, die doch professionsmäßig ständig bemüht ist durch Sprache Bedeutungsüberschüsse zu arrangieren. Diese Einsicht, denke ich, entspringt aber dem schmerzvollen Wissen, das Schreiben immerfort auch Reduktion meint - und zwar trotz aller Deutungspotenz der Sprache. Hefter präsentiert ihren Zugang zum Schreiben allerdings nicht in Form eines achtblättrigen Traktats, sondern im Stil einer Meditation. Aber dazu sogleich.

Denn insofern das »Handbuch« auch einen gewissen ästhetischen Erfahrungsraum bereitstellt, den man Seite um Seite durchschreitet, ermöglicht uns Martina Hefter zunächst einige angenehme Erfahrungen dessen, was ich als die Wandelbarkeit und Variabilität des Sinns bezeichnen werde. Ich gebe nun nicht mehr als meine Lesart ihrer Gedichte wieder und schlage vor, Martina Hefters Büchlein unter vier Aspekten zu betrachten: I) das Verb als Ereignis; II) der heimlich arrangierende Rezipient; III) akustische Morphologien; IV) Handbuch der Freiheit.

Mehr unter: http://www.dasgedichtblog.de/vom-gehen-und-stehen-ein-handbuch-von-martina-hefter/2014/02/17/...

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