WortBildKünstler

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Künstlerische Doppelbegabungen sind keine Seltenheit. Immer wieder haben sich kreativ Schaffende in Medien hervorgetan, die nicht ihrer originären Betätigung entsprechen. Dichter, deren Wirkung im geschriebenen Wort liegt, haben vielfach eigenständige Arbeiten der bildenden Kunst entwickelt und so das Spektrum ihrer Gestaltungsmöglichkeiten erweitert. Gemälde und Zeichnungen stehen in dieser Betrachtung gleichberechtigt neben dem Schriftwerk und zeigen bislang wenig bekannte, neue Facetten ein und desselben schöpferischen Denkens. Zur Symbiose sprachlicher und bildnerischer Ausdrucksformen werden beispielhaft Werke von Johann Wolfgang von Goethe, Hans Christian Andersen, Victor Hugo, George Sand, Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz gezeigt. Ein besonderes Exempel des zeitgenössischen Grenzgangs zwischen Sprache und Imagination stellen die Wort-Text-Collagen von Herta Müller dar. Ausstellungen: Altes Rathaus, Ingelheim 28.4.-7.7.2013 | Museum Behnhaus/Drägerhaus, Lübeck 27.7.-20.10.2013

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WortBildKünstler


Bildende Kunst

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Hardcover, 360 Seiten
Hatje Cantz Verlag GmbH,
5/2013
ISBN:9783775736015


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DasGedicht | 28/04/2014 18:42

Ulrich Luckhardt (Hrsg.) »WortBildKünstler.
Von Goethe bis Ringelnatz.
Und Herta Müller«
von Paul-Henri Campbell

Der Hatje Cantz Verlag bestätigt seine unangefochtene Kompetenz bei komplexen Publikationsprojekten aufs Neue. In dem Band »WortBildKünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller«, der als Katalog zu zwei Ausstellungen im Rahmen der Internationalen Tage Ingelheim und in den Lübecker Museen entstand, präsentiert der Verlag unter Herausgeberschaft von Ulrich Luckhardt einige anregende Stichproben von »künstlerischen Doppelbegabungen«.

Luckhardt stellt das Ausstellungskonzept in einen weiten kulturwissenschaftlichen Horizont. Fokussierte Künstlerbiographien zu Johann Wolfgang von Goethe, Justinus Kerner, Victor Hugo, George Sand, Hans Christian Andersen, Wilhelm Busch, Paul Scheerbart, Joachim Ringelnatz und Herta Müller erlauben eine knappe Einordnung der ausgewählten Dichter. Umfangreiche Essays zu jedem Schriftsteller flankieren Luckhardts Problemaufriss. Das Buch thematisiert die Genreüberschreitung, die Künstler eingehen, sooft sie von ihrer Kernbetätigung zu einer anderen übergehen: so erscheinen etwa der im Geist des Bauhaus und kubistisch arbeitende Maler Lyonel Feininger plötzlich als Komponist von Fugen für die Orgel oder Arnold Schönberg als Maler, der sich selbst als sein Lieblingsmotiv in zahlreichen Selbstbildnissen erkannte und damit in Münchener Ausstellungen des Blauen Reiters vertreten war. Komponisten, die sich in ungeahnter Farbigkeit ergehen; Maler, die die Sphärenharmonien ausloten; aber eben – und darauf liegt das Hauptaugenmerk – Dichter, die sich in Kreide- und Tuschezeichnungen, Aquarellen, Scherenschnitten, Collagen sowie Ölmalereien versuchen. Dass es sich bei diesen Bildnissen teilweise um »bürgerliche Privatvergnügungen« handeln könnte, stört hierbei wenig, da es um die Ein- und Rückwirkungen der expressiven Kräfte geht, die durch diese Grenzgänge im künstlerischen Genre freigesetzt werden.

Obwohl die Auswahl der aufgenommenen Schriftsteller nicht weiter begründet wird, ist sich der Herausgeber bewusst, dass es sich um ein bereits häufig thematisiertes Phänomen handelt. Außerdem weist er darauf hin, dass diese »Doppelbegabungen« sich im Surrealismus, DADA, aber auch der Konkreten Poesie zu einem Amalgam vereinigen, sodass eine hier vorgestellte Trennung teilweise aufgehoben wird. Nicht berücksichtigt sind auch künstlerische Kollaborationen zwischen bildenden Künstlern und Schriftstellern, wie sie sich in der zeitgenössischen Lyrik etwa bei Nora Gomringer und Reimar Limmer, Ann Cotten und Mareile Fellien, oder auch Andreas Reimann und Rainer Ilg finden, um nur drei willkürlich gewählte Beispiele zu nennen.

»WortBildKünstler« ist ein komplexes und ambitioniertes Publikationsprojekt, das Material von 15 Autoren aus über 17 Institutionen (darunter z.B. das Kunsthaus Zürich, das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Odense City Museums und das Frankfurter Städel Museum) sowie vielen privaten Sammlungen zusammenführt und in ein editorisches Bravourstück verwandelt hat. Ich möchte nun auf drei Aspekte eingehen, die das Projekt stark und unbedingt zur Lektüre empfehlenswert machen.

Mehr unter: http://www.dasgedichtblog.de/wortbildkuenstler-von-goethe-bis-ringelnatz-und-herta-mueller-von-ulrich-luckhardt-hrsg/2014/04/28/ ...

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