Verstand und Kürzungen - Helmut Krausser

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Neben neuen eigenen Gedichten enthält dieser Band beinahe dreißig Coverversionen bekannter Gedichte von Brecht über Celan bis hin zu Hölderlin, überführt in Kraussers eigenen lyrischen Duktus. Und als Surplus die 33 besten Sonette Shakespeares in einer modernen, sinnlichen, freien Übertragung, die dem Original gleichwohl Respekt erweist. Mit Anmerkungen im unnachahmlichen Krausser-Stil.

Zum Autor

Helmut Krausser, geboren 1964, lebt in Berlin. Bei DuMont erschienen neben dem Gedichtband >Plasma< (2007), >Verstand und Kürzungen< (2014), die Romane >Eros< (2006), >Die kleinen Gärten des Maestro Puccini< (2008), >Einsamkeit und Sex und Mitleid< (2009) >Die letzten schönen Tage< (2011) und >NIcht ganz schlechte Menschen< (2012) sowie die Tagebücher >Substanz< (2010) und >Deutschlandreisen< (2014) und der Kriminalroman >Aussortiert< (DuMont Taschenbuch 2011). Seine Romane >Der große BagarozyFette Welt< und >Einsamkeit und Sex und Mitleid< wurden fürs Kino verfilmt.

Verstand und Kürzungen

von Helmut Krausser


Lyrik/Dramatik/Essays

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Deutsch
Hardcover, 222 Seiten
DuMont Buchverlag GmbH,
10/2014
ISBN:9783832196189


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Kommentare: 1

DasGedicht | 28/11/2014 20:02

»Bewisperer von Gräsern und Nüssen«, nannte Gottfried Benn mit unnachahmlichem Spott vor mehr als 60 Jahren jene Generation von jungen Dichtern, die sich unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg zunächst dem Naturgedicht zuwandten. Darunter waren immerhin Namen wie Eich, Krolow, Huchel oder Bobrowski, die später zu prägnanten Figuren der deutschen Lyrik wurden. Und tatsächlich: In ihren frühen Gedichten tuteten die Rohrdommeln, es zilpzalpte in den Hecken, Schachtelhalme wogten sanft im Wind und Libellen standen überm Schilf. Es wäre aber Profanpsychologie, diese Gedichte nur als lyrischen Eskapismus zu bezeichnen, eine naturalistische Schockstarre angesichts der Schuld, die Deutsche mit der Entfesselung des Weltkriegs und dem Holocaust auf sich geladen hatten. Vielleicht war es eher ein Sichern der inneren und äußeren Bestände. Die große Zahl solcher Gedichte in der Nachkriegszeit war allerdings schon signifikant und veranlasste den Benn-Wiedergänger Peter Rühmkorf zu einem bissigen Kommentar über die »Anmut dürftiger Gebilde: / Kraut und Rüben gleich Gedicht.« Liest man viele dieser Gedichte heute, so haben sie zumeist etwas Starres, Lebloses an sich – wie vor langer Zeit gepresste Blumen in einem alten Biologiebuch.

Schaut man sich indes jetzt eine Auswahl aktueller Gedichtbände von zeitgenössischen Dichter und Dichterinnen an, weht einen unversehens eine Déjà-vu-Brise an. Man nehme nur einmal zwei Titel: Da werden »Skizzen vom Gras« gestrichelt und »Regentonnenvariationen« rhythmisiert. Damit wir uns verstehen: Das Besingen von Pflanzen und Tieren geschieht hier weitaus artistischer, virtuoser und gekonnter als vor 60 Jahren. Festzuhalten bleibt aber, dass Natur seit geraumer Zeit wieder ins Zentrum lyrischer Aufmerksamkeit rückt. Poetisches Guerilla-Gardening? Vielleicht. Silke Scheuermann und Jan Wagner, deren Bände ich hier repräsentativ genannt habe, sind ja nicht die Einzigen – Nico Bleutge, Anja Utler, Sabine Scho, die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Es mag auch hier um das Vergewissern innerer und äußerer Bestände gehen, die angesichts des Entstehens einer virtuellen Welt auf der roten Liste bedrohter Arten stehen. Aber das ist Spekulation.

Nun aber hagelt – um endlich einmal auf den Punkt zu kommen – ein neuer Gedichtband von Helmut Krausser dazwischen.

Mehr lesen: http://www.dasgedichtblog.de/jenseits-des-schrebergartens-helmut-kraussers-neuer-gedichtband-verstand-kuerzungen/2014/12/01/ ...

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