Ferngesteuerte Gewalt - Grégoire Chamayou

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Im Krieg auf Entfernung scheint es kaum bedeutsam, dass Maschinen Menschen töten: Was zählt ist, dass sie 'human' töten. Dieses Buch zeigt die schwerwiegenden ethischen, psychologischen und rechtlichen Fragen, vor die uns das Kriegsmittel der bewaffneten Drohne stellt.'Ein schönes Ziel! Ich will versuchen, von hinten genau in die Mitte zu treffen.' Hier spricht kein Scharfschütze auf dem Dach eines Gebäudes, sondern einer, der sich in der Basis Creech, Nevada, bequem in seinem Stuhl zurücklehnt. Er steuert eine Drohne, die sich bereit macht, gegen eine Gruppe Verdächtiger in Afghanistan eine Hellfire-Rakete abzufeuern. Mit diesem neuen Wunder militärischer Technik treten Tausende von Kilometern zwischen den Abzug, auf dem der Finger liegt, und das Rohr, aus dem das Geschoss tritt. Diese Entfernung stört unsere Vorstellung von Krieg: Was ist ein Kämpfer ohne Kampf? Wo ist das Schlachtfeld? Und kann man überhaupt von Krieg sprechen, wenn das Risiko nicht reziprok ist, wenn ganze Menschengruppen auf den Status potenzieller Ziele reduziert werden - die jederzeit legitime Ziele werden können?

Zum Autor

Grégoire Chamayou ist Philosoph am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und am Centre d'Etudes en Rhétorique, Philosophie et Histoire des Idées (Cerphi).

Ferngesteuerte Gewalt

von Grégoire Chamayou

übersetzt von Christian Leitner


Philosophie/20.-21. Jahrhundert

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Deutsch
Taschenbuch, 286 Seiten
Passagen Verlag Ges.M.B.H,
10/2014
ISBN:9783709201336


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Kommentare: 1

literaturkritik | 18/02/2015 12:48

Drohnen als Diskursgegenstand
Zu Grégoire Chamayous Versuch einer Theorie der Drohne
von Jakob Christoph Heller

Der Dezember 2014 brachte mit der Veröffentlichung des CIA-Folterberichts eine in den Jahren davor zwar nicht abgeschlossene, jedoch aus der medialen Aufmerksamkeit herausgefallene Debatte wieder in den Mittelpunkt: die in Guantanamo und anderen ‚detention sites‘ verwendeten ‚enhanced interrogation techniques‘, die, wie sich erneut bestätigte, mehr mit Folter denn mit ‚enhancement‘ zu tun haben. Waterboarding, Schlafentzug, rektale Zwangsuntersuchung und –ernährung oder Scheinexekutionen sind nur eine kleine Auswahl aus der vielfältigen Welt der Terrorbekämpfungstaktiken US-amerikanischer Provenienz.

Was um den Preis der Aufarbeitung dieser Vergehen in Vergessenheit geriet, war, dass die im Folterbericht ‚aufgedeckten‘ Praktiken und Techniken im Grunde genommen bereits anachronistisch sind. Sie sind gewissermaßen Residuum der Bush-Cheney-Ära; die zeitgenössische Kriegsführung dagegen steht im Zeichen der Drohne. Grégoire Chamayou, Philosoph am CNRS in Paris, benennt diesen Wandel bereits zu Beginn seines Werkes Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne pointiert: „Die Drohne ist zu einem Symbol der Obama-Regierung geworden, als Instrument seiner inoffiziellen Antiterrorismus-Doktrin – ‚Töten statt Gefangennehmen‘: Man gibt der gezielten Tötung und der Predator-Drohne den Vorzug gegenüber Folter und Guantanamo.“ ...

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