Die Glücklichen - Kristine Bilkau

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21. Jahrhundert (2000 bis 2100 n. Chr.)

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Ein großes Generationsporträt unserer ZeitIsabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie oft in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Bei abendlichen Spaziergängen werden sie zu Voyeuren. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.Mit der Geburt ihres Sohnes wächst nicht nur ihr Glück, sondern auch der Druck und die Verunsicherung. Für Isabell erweist sich die Rückkehr in ihren Beruf als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Gleichzeitig verdichten sich in Georgs Redaktion die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt damit ein leiser sozialer Abstieg. Isabell und Georg beginnen mit einem Mal zu zweifeln, zu rechnen, zu vergleichen. Jeder für sich. Je schwieriger ihr Alltag wird, desto mehr verunsichert sie, was sie sehen. Die gesicherten Existenzen mit ihren geschmackvollen Wandfarben sagen jetzt: Wir können, ihr nicht. Was vertraut und selbstverständlich schien - die Cafés, Läden, der Park, die Spielplätze mit jungen Eltern -, wirkt auf einmal unzugänglich. Gegenseitig treiben sich Isabell und Georg immer mehr in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht. Kristine Bilkau zeichnet in ihrem Debütroman »Die Glücklichen« das präzise Bild einer nervösen Generation, überreizt von dem Anspruch, ein Leben ohne Niederlagen zu führen, die sich davor fürchtet, aus dem Paradies vertrieben zu werden.

Zum Autor

Kristine Bilkau, 1974 geboren, studierte Geschichte und Amerikanistik. Ihr erster Roman 'Die Glücklichen' fand ein begeistertes Medienecho, wurde mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Die Glücklichen

von Kristine Bilkau


Romane/Erzählungen

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Deutsch
Hardcover, 300 Seiten
Luchterhand Literaturvlg.,
3/2015
ISBN:9783630874531


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Kommentare: 1

literaturkritik | 12/05/2015 11:33

Mal eben die Stehlampe ausknipsen, um Strom zu sparen
Kristine Bilkaus überzeugendes Debüt „Die Glücklichen“
von Martin Gaiser

... „Die Glücklichen“ ist ein hochaktueller, absolut lesenswerter literarischer Kommentar zu einem Aspekt unserer Gegenwart. Worum es geht? Nun, wir haben die übliche Vater-Mutter-Kind-Konstellation, Georg ist Journalist, Isabell Cellistin an einem Musicaltheater, Matti süß und klein. Sie leben in einer großzügigen Wohnung in einer offensichtlich guten Gegend, haben hohe Standards in Bezug auf Ernährung, Stil und Erziehung. Ihr gesellschaftlicher Status lässt sie davon überzeugt sein, dass sie bislang alles gut und richtig gemacht haben und dass es in diese Richtung weiter gehen wird. ...

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