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Das Spiel des Engels | 10/06/2013 12:25

Der Traum von der Literatur als Dach

Von Peter Mohr

... "Es ist keine Fortsetzung von ,Der Schatten des Windes'", betonte der 44-jährige katalanische Autor im Frühjahr bei der glamourösen Vorstellung seines neuen Romans im Liceu-Theater in Barcelona. Aber damit drückte er nur die halbe Wahrheit aus, denn wir begegnen vielen Figuren aus dem Vorgängerwerk, bewegen uns in einem ähnlich-düsteren Milieu Barcelonas (für ihn ist seine Heimatstadt ebenso wichtig wie Istanbul für Orhan Pamuk) und auch der "Friedhof der vergessenen Bücher", jene geheimnisvoll-labyrinthische Bibliothek, taucht wieder auf.

Die Handlung setzt im Jahr 1917 ein, als der junge, hochtalentierte David Martín für eine kleine Lokalzeitung in Barcelona kurze Detektivgeschichten verfasst und den Traum hegt, dass ihm einmal die "Literatur ein Dach über dem Kopf" ist. Zwischen Fabrikgebäuden und einem Friedhof ist die schäbige Redaktion angesiedelt, in der David seinen ersten Mentor findet - Pedro Vidal, einen angesehenen, charismatischen Kolumnisten und Krimischriftsteller aus großbürgerlicher Familie. Er setzt David gegen den anfänglichen Widerstand des patriarchalischen Redaktionsleiters Don Basilio durch.

Hier gelingen Ruiz Zafón (was bei ihm nicht allzu häufig vorkommt) bei der Beschreibung von Basilios Marotten außergewöhnlich humorvolle Passagen... Intrigen, Überraschungen, zeitraubende Lesemarathons, Dreiecksbeziehungen und Verbrechen sind Davids Wegbegleiter. Ruiz Zafóns abenteuerlich inszenierte Erzählreise erinnert gleichermaßen an den magischen Realismus eines Jorge Luis Borges und seine "biblioteca fantástica" wie an die dunklen Romane Edgar Allan Poes.

... "Das Spiel des Engels" bietet ein anspielungsreiches, schwungvoll (bisweilen etwas ausschweifend) erzähltes Handlungslabyrinth - man grübelt, es schaudert, man schmunzelt, es schmerzt: Ein Buch, das zum langen Nachdenken herausfordert.

Lesen Sie mehr unter:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12522

Gaudi in Manhattan | 10/06/2013 12:22

Gott hat keine Eile
In seiner Erzählung "Gaudí in Manhattan" hat der katalanische Autor Carlos Ruiz Zafón eine fantastische und einfühlsame Geschichte über Barcelonas bekanntesten Architekten geschrieben

Von Thomas Hummitzsch

Gaudís Architektur prägt das metropole Zentrum der katalanischen Welt. In Barcelonas Architektur lebt sein Geist fort. Sein Stil erinnert an einen verzerrten Jugendstil, als hätte Salvador Dalí nicht nur seine berühmten Uhren, sondern auch die Mauern einer Stadt schmelzen lassen. Appartement- und Bürogebäude wie das Casa Battló und das Casa Milà oder die surrealen-modernistischen Güell-Werke, von den Pavillons bis zum eigens angelegten Park, gehören neben der Sagrada Familia zu den architektonischen Magneten Barcelonas.

... "Gaudí in Manhattan" ist die fiktive Geschichte eines Architekturstudenten, der Barcelonas berühmtesten Architekten aller Zeiten nach New York begleitet. Dort soll Gaudí für eine anonyme Auftraggeberin einen Wolkenkratzer, eine "wagnerische Nadel", "eine Kathedrale für Leute, die statt an Gott ans Geld glauben", bauen. Als Gegenleistung würde der Auftraggeber die Kosten für die Vollendung der Sagrada Familia übernehmen. Diese Geschichte ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn 1908 entwarf der katalanische Architekt das New Yorker Hotel Attraction als ein phallisch anmutendes, gigantisches Gebäude. Allerdings wurde der 360 Meter hoch geplante Turm nie gebaut.

Im Zentrum von Zafóns Erzählung steht Gaudís legendäre Äußerung "Mein Kunde hat keine Eile", mit der er die jahrelange Dauer des Baus der Kathedrale im Herzen Barcelonas rechtfertigte. Zafón verlegt den Fokus in seiner Erzählung auf die begrenzte Zeit des Architekten. "Gott hat keine Eile, aber ich werde nicht ewig leben", sagt Gaudi seinem Begleiter, um die aufwendige Suche nach einem Sponsor in den Vereinigten Staaten zu rechtfertigen. Um die Dringlichkeit dieses Anliegens zu verdeutlichen, sind neben die Erzählung zahlreiche historische Abbildungen der Sagrada Familia von 1903-1929 gestellt, die den Zauber und die Faszination der Kathedrale, aber vor allem auch ihren unvollendeten Zustand, einfangen.

Lesen Sie mehr unter:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13066

Der Gefangene des Himmels | 10/06/2013 12:18

Die Geschichte geht weiter
Von Peter Mohr

... Wir begegnen wieder dem „Friedhof der vergessenen Bücher“, jener geheimnisvoll-labyrinthischen Bibliothek, und dem aus den Vorgängerwerken bekannten Personenensemble: dem Buchhändler Sempere und seinem Sohn Daniel, deren Mitarbeiter Fermin, dem Schriftsteller David Martín (Hauptfigur im „Spiel des Engels“) und dem einstigen Gefängnisdirektor Mauricio Valls, der danach in der Politik Karriere machte.

Die auf diversen Zeitebenen alternierende Handlung beginnt im Advent des Jahres 1957. Selbst im mediterranen Barcelona ist es ungemütlich kalt geworden, die Dächer sind reifbedeckt, die katalanische Metropole wirkt seltsam fremd. Die Geschäfte in der Buchhandlung der Semperes gehen ziemlich schlecht, als plötzlich ein zwielichtiger Kunde auftaucht und eine sündhaft teure Ausgabe von Dumas’ „Graf von Monte Christo“ kauft.

Carlos Ruiz Zafón belässt es nicht bei der schlichten Erwähnung des Buches, sondern bedient sich bei einem seiner zahlreichen Exkurse in die Vergangenheit auch eines Dumas-Motivs. Der Buchhandlungsgehilfe Fermin hat einst in der Franco-Haft in der berühmt-berüchtigten Festung auf dem Montjuic, die von Mauricio Valls mit unmenschlicher Brutalität kommandiert wurde, den Schriftsteller David Martin kennengelernt und mit ihm einen Fluchtplan ausgetüftelt, der stark an Dumas’ Roman erinnert.

Derweil gibt es in der erzählerischen Gegenwart auch etliche. Mehr als spannende Handlungsbögen. Sempere-Sohn Daniel will wissen, wer der wenig vertrauenserweckende, aber zahlungskräftige Buchkäufer war; und sein Freund, der vehemente Franco-Gegner Fermin, schmiedet Heiratspläne, bekommt aber Probleme, weil er 1940 für tot erklärt worden ist und deshalb keine gültigen Papiere besitzt.

„Ich denke, dass es für jedes Land schwer ist, eine Tragödie vom Ausmaß des Spanischen Bürgerkrieges zu bewältigen. Ich glaube, das ist für deutsche Leser leicht zu verstehen. In Spanien blieben viele offene Wunden der Vergangenheit, weil es nach dem Bürgerkrieg keinen Frieden gab, sondern eine Diktatur, die viele Jahre dauerte“, meinte Ruiz Zafón kürzlich in einem Radiointerview.

Lesen Sie mehr unter:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17344

Der Gefangene des Himmels | 10/06/2013 12:13

Ein Weihnachtsmärchen vom Friedhof der vergessenen Bücher
Carlos Ruiz Zafón fährt in seinem Roman „Der Gefangene des Himmels“ mit den gruseligen Abgründen des Barcelonas der 1940er- und 1950er-Jahre fort

Von Frank Riedel

Die Verkaufszahlen sprechen für sich. Der 1964 in Barcelona geborene und seit 1994 in Los Angeles lebende Bestsellerautor Carlos Ruiz Zafón wird, seit er 2001 mit seiner Tetralogie zum Friedhof der vergessenen Bücher begann, nach seinen Jugendbüchern ein erwachsenes Lesepublikum anzusprechen, an Millionenauflagen gemessen. Nach „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ ist „Der Gefangene des Himmels“ sein dritter Roman, der im Barcelona der Franco’schen Diktatur spielt.

Im Weihnachtsgeschäft des Jahres 1957 betritt eine finstere Gestalt die Buchhandlung Sempere & Söhne und zeigt nur für das teuerste Werk in der Ebenholzvitrine Interesse: eine einzigartige, katalogisierte Ausgabe von Alexandre Dumas’ „Graf von Monte Christo“.

Er bezahlt den literarischen Schatz fürstlich und lässt ihn mit einer mysteriösen Widmung für den Buchverkäufer Fermín Romero de Torres hinterlegen. Daniel, Sohn des Geschäftsinhabers, geht der Sache im wahrsten Sinne des Wortes nach. Der Weg führt fast zwanzig Jahre zurück und zieht den Leser in die Katakomben des Kastells von Montjuïc hinunter, wo Regimegegner zu Beginn des Franco-Regimes willkürlich und auf brutalste Weise gepeinigt dahinvegetierten, wie einst der junge Seemann Edmond Dantès im Château d’If. Und einer der damals Gefangenen erzählt Daniel, was dort mit ihm und anderen geschah. Neben den aus den Vorgängerromanen bekannten Protagonisten nimmt Mauricio Valls, der literaturbegeisterte, aber unbegabte, skrupellose Gefängnisdirektor, eine Hauptrolle bis in die Gegenwart ein.

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http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17558

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