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50 Comment(s) of »Literaturmagazin eselsohren.at«

Die Schatzinsel | 16/12/2013 09:28

Zu ihrer Entstehungszeit wurde an der „Schatzinsel“ kritisiert, dass sie nur ein Jugendbuch sei. Jetzt erklärt mir der Neuübersetzer Andreas Nohl in seinem Nachwort, warum „Die Schatzinsel“ nicht nur ein Jugendbuch sei. Ich persönlich verstehe das Problem nicht ganz.

Könnte es nicht sein, dass Stevenson einfach eine „zeitlose“ Geschichte erfunden hat, die größer war als er selbst? Eine Geschichte, die mich in irgendeiner Hörspiel-Fassung als Kind genauso begeistert und für sich eingenommen hat wie in einer tatsächlichen Jugendbuch-Edition – und in Nohls famoser Neuübersetzung. Wäre „Die Schatzinsel“ nicht auch in einer unbeholfenen Nacherzählung immer noch aufregend genug?

Selbstverständlich zeichnet Stevensons Roman, so Nohl, „sprachliche Prägnanz, atmosphärische Dichte und lebendige Charakterisierung” aus. Doch was interessiert Jung und Alt eigentlich? – Eine Schatzsuche auf einer verlassenen Insel! Eine Schiffsfahrt mit Piraten!! Allen voran der Wendehals-Schurke John Silver!!! Zur Erweckung unser aller kindlicher Abenteuerlust.

Ausführlicher bei den Eselsohren: http://www.eselsohren.at/2013/12/13/stevenson-robert-louis-die-schatzinsel/

Orkan über Jamaika | 13/12/2013 08:03

Man schlägt dieses Buch verstört zu. Ein Buch, von dem man die ganze Zeit glaubte, eine Komödie zu lesen, und dann war‘s eine bittere Tragikomödie. Es gibt darin keine eindeutig Guten und keine eindeutig Bösen, doch leider endet das Zusammentreffen dieser großteils sympathischen Menschen für die nur dem Vorurteil nach Bösen letal. Man könnte nicht sagen, was vom Erlebten die Kinderselen am meisten beeindruckt hat, ob sie Schaden davon genommen haben und was diesen Schaden verursacht haben könnte. Eine „unschuldige Reise“ – so der Originaltitel des Buches – war ihr Abenteuer jedoch auf keinen Fall.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/12/11/hughes-richard-orkan-uber-jamaika/

Dieses Buch gehört meiner Mutter | 09/12/2013 08:30

Hackls Romane sind wohlklingende Prosa über entsetzliche Begebenheiten. Sein Märchen für Erwachsene, „König Wamba“, ist auch ein sprachliches Vergnügen. Im Gedichtband „Dieses Buch gehört meiner Mutter“ aber bedient er sich einer gewöhnlichen Sprache in oft abgehacktem Rhythmus. Und die gefällt mir nicht.

Ausführlicher bei den Eselsohren: http://www.eselsohren.at/2013/12/09/hackl-erich-dieses-buch-gehort-meiner-mutter/

Blue | 02/12/2013 15:19

Ein anspruchsvoller Krimi, feministisch, intelligent, gut recherchiert – und bei allem Anspruch angenehm „normal“. Und nebenbei lernt man auch Wissenswertes über Sozialpsychologie – über das Primatenverhalten von Männern und das gemeinschaft-schaffende Verhalten von Frauen etwa.

Blue's Dämonen | 02/12/2013 15:19

Abigail Padgetts zweiter feministischer Krimi um die Sozialpsychologin Blue McCarron ist ebenso fein gestrickt, voller falscher, aber verlockender Fährten und reich an Hintergrundinformation wie der erste, „Blue“. Thematisch handelt er von christlichem Fundamentalismus, Politik und Frauenemanzipation und zeigt auf, was seelischer und körperlicher Missbrauch mit einem Menschen anrichten kann. Wieder schafft es Padgett, zwei Erzählstränge, die offensichtlich gar nichts miteinander zu tun haben, am Ende logisch und schlüssig zusammenzuführen. Sie macht das mit leichter Hand, subtil und humorvoll.

Die Fälschung der Welt | 02/12/2013 15:18

Dieses Buch gilt zu Recht als schwierig. Und vielleicht sollte man sich bei grundsätzlichem Interesse zuerst die Leseprobe ansehen, bevor man sich den über 1.200 Seiten dicke Wälzer zulegt. Dabei wird man merken, dass Gaddis weder unverständlich noch experimentell geschrieben hat. Vielleicht muss man sich daran gewöhnen, dass man nicht immer weiß, wer gerade spricht.

Schwierigkeiten mag man wohl auch damit haben, dass die Hauptfigur Wyatt Gwyon neben den vielen Nebenfiguren fast schon untergeht und dass diese Nebenfiguren oft nur mittelbar mit Wyatt zu tun haben. Außerdem ist der Kern der Geschichte rasch nachzuerzählen, die vielen zusätzlichen Handlungsstränge aber nur, wenn man sich laufend Notizen machen würde. Wobei man nie so recht sagen kann, was vom gerade Gelesenen wichtig ist oder nicht.

Ich konnte dem Werk in seiner Kunstfertigkeit jedenfalls nicht ganz folgen. Um der „Fälschung der Welt“ gerecht zu werden, müsste man sehr viel Zeit damit verbringen, den Roman wahrscheinlich mit Hilfe von Steven Moores – knapp 300 Seiten starkem – „Führer durch das Buch“ durchackern und dann schauen, ob man ihm bei nochmaliger Lektüre mehr abgewinnen kann.

Schachnovelle | 02/12/2013 15:16

Für mich ist die „Schachnovelle“ eine pessimistische Allegorie dafür, wie das Kultiviert-Intellektuelle gegen den geistesfeindlichen Faschismus unterliegt.

Gefallene Blüten | 02/12/2013 15:15

„Gefallene Blüten“ ist so etwas wie Faction, also Literatur, in der Fakten und Dichtung miteinander vermischt werden. Man folgt Ali Ping (oftmals in Rikschas) und Lou Mang durch alle Bevölkerungsschichten des historischen Shanghai – in einem durchaus humorvoll geschriebenen Roman, der eine Art Detektivgeschichte mit einer Gangsterballade gekonnt verbindet.

Ravel, E: Du liebst mich nicht | 02/12/2013 15:14

Ich hatte zuvor schon vom Stockholm-Syndrom gehört, es aber gewissermaßen nicht glauben können, dass Menschen tatsächlich so reagieren. In diesem Roman habe ich keine Sekunde daran gezweifelt, dass sich ein Entführungsopfer so verhalten könnte wie Chloe.

Der Zeitsparer | 02/12/2013 15:12

Die Grotesken sind bis zu einem gewissen Grad zeitlos; auf jeden Fall lassen sie sich ohne Mühe ins Heute übertragen. Franziska Walthers ebenso expressive wie detailreiche Illustrationen dienen diesen Texten.

Messy Lives | 02/12/2013 13:30

Man muss mit Roiphes Schlussfolgerungen nicht einverstanden sein, aber es tut doch gut, mal wieder innezuhalten und sich zu fragen: Was tue ich denn da? Und warum? Bin nicht auch ich wie so viele andere „derart damit beschäftigt, sämtliche Energien auf das zu lenken, was gut für uns und unsere Kinder ist, auf verantwortungsbewusste und immer auf Selbstverbesserung zielende Unternehmungen, dass sie anscheinend irgendwo auf ihren gestressten Wegen zwischen Theaterkurs und Biomarkt vergessen haben, wie das noch mal ging mit dem Carpe diem“?

Bünger, T: Romantherapie | 02/12/2013 13:29

Kennt die „Romantherapie“ für jede Lebenslage das richtige Buch? Schaden kann sie mit Sicherheit nicht – und im „schlimmsten“ Fall hat man ein paar gute Bücher mehr gelesen. Auf jeden Fall bekommt man mit der „Romantherapie“ ein ungewöhnliches Kompendium an wertvollen Lesetipps.

Malavita | 02/12/2013 13:28

Diese Mafia-„Komödie“ hat auf mich wie eine Sitcom gewirkt, deren Schreibern in der x-ten Staffel die Ideen ausgegangen sind. Die Figuren geben nichts Neues mehr her, es reiht sich eine leidlich lustige Szene an die andere, von einer fadenscheinigen Storyline notdürftig zusammengehalten.

Empfindliche Wahrheit | 02/12/2013 13:26

Und wieder stößt uns Le Carré mit der Nase auf ein brisantes Thema, das von allgemeinem Interesse sein sollte, auch wenn es weit jenseits unserer Einflussbereiche liegt. „Empfindliche Wahrheit“ handelt davon, was Mark Mazzetti in seinem (nahezu zeitgleich erschienenen) Buch „Killing Business – Der geheime Krieg der CIA“ beschreibt: Während das (US-)Militär nach 9/11 in die Grauzonen der Außenpolitik hineingezogen wurde und mit Kommandoeinheiten Spionageeinsätze durchführt, haben Geheimdienste immer mehr Aufgaben übernommen, die traditionell dem Militär zugeordnet werden und bei denen sich Spione in Soldaten verwandeln. Außerdem vergeben Geheimdienste einige ihrer wichtigsten Aufträge an private Unternehmen. Diese werden für Spionagemissionen, für die Nachrichtenanalyse und als Hilfspersonal für die Einsätze engagiert.
Abgesehen vom Inhalt ist das eine Freude zu lesen. Wie Le Carré die Vorgeschichten mit-erzählt, während er die Handlung vorantreibt, immer am Punkt, nie zu viel oder zu wenig berichtend. Und wie er seine Charaktere aus wechselnder Distanz beschreibt, ohne ihnen zu nahe zu kommen (d.h. ohne so zu tun, als könnte er in ihre Seelen schauen). Wie er ihre Beweggründe glaubwürdig und plausibel schildert, ohne dabei platt psychologisch zu sein.

M | 02/12/2013 13:23

Die Süden-Krimis zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne Mord und Totschlag auskommen – außer in den beiden Romanen, die mit Neonazis zu tun haben. „M“ ist einer davon (– „German Angst“ der andere).

Gesetz der Rache | 04/11/2013 09:48

Am Ende der Fortsetzung von „Artikel 5“ sind wir nicht viel weiter als zu Beginn. Es gibt viel Action, aber wenig Information. Schwer zu sagen, ob sich das im abschließenden Band der Ember-Trilogie ändern wird. Leider hat mich „Gesetz der Rache“ nicht wirklich neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/11/04/simmons-kristen-gesetz-der-rache/

Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen | 04/11/2013 09:47

„People will do odd things if you give them money“, haben die „Talking Heads“ 1984 auf das Cover ihres „Stop Making Sense“-Albums geschrieben, und das beschreibt dieses Buch ganz gut. Zum einen machen darin Teenager für Geld haarsträubende Dinge, zum anderen ergibt die Story nach und nach immer weniger Sinn.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/10/28/ryan-jeanne-das-spiel-ist-aus/

Sahara | 26/10/2013 18:41

„Die Geschichte dieser Verkehrsader hat uns noch immer viel zu erzählen, (…) auch, wie die Afrikaner auf beiden Seiten der Wüste und in ihrem Inneren bis heute ihre Identitäten herausbilden.“

Ausführliche Rezension: http://www.eselsohren.at/2013/10/25/austen-ralph-a-sahara/

Sahara | 26/10/2013 18:41

„Die Geschichte dieser Verkehrsader hat uns noch immer viel zu erzählen, (…) auch, wie die Afrikaner auf beiden Seiten der Wüste und in ihrem Inneren bis heute ihre Identitäten herausbilden.“

Ausführliche Rezension: http://www.eselsohren.at/2013/10/25/austen-ralph-a-sahara/

Gleichenfeier | 26/10/2013 18:39

Insgesamt laufen die Ermittlungen weniger gemütlich-wienerisch ab als in „Winzertod“. Atemlose Spannung kommt dennoch keine auf. Das mag zu einem Teil daran liegen, dass in einigen Szenen nichts Neues berichtet wird, sondern oft auch wiederholt, was man schon weiß. Zum anderen mischt Christian Klinger in die durchaus realistischen Szenen und Charaktere immer wieder leicht groteske Elemente.

Ausführliche Rezension: http://www.eselsohren.at/2013/10/21/klinger-christian-gleichenfeier/

Rom, Träume | 18/10/2013 08:32

Albaths Buch über das kulturelle Rom der Nachkriegszeit geht über anschauliche Kurz-Biografien (von Moravia, Gadda, Pasolini, Flaiano und Morante) mit erhellenden Interviews und prägnanten Einführungen in die wesentlichen Werke hinaus. Es ist auch der geglückte Versuch, dem Zeitphänomen des „Dolce Vita“ auf die Spur zu kommen.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/10/18/albath-maike-rom-traume/

Das offene Geheimnis | 14/10/2013 13:48

Es ist ziemlich klar, was Carlos Gamerro mit diesem Roman wollte: Die Verantwortung des Einzelnen in einem System von staatlichem Terror untersuchen. Und beschreiben, wie sich Menschen in ihren Erinnerungen widersprechen. Leider widersprechen sich die Bewohner des argentinischen Dorfes Malihuel so sehr, dass ich nicht mehr in der Lage war, der Geschichte zu folgen. „Das offene Geheimnis“ kommt als Stimmengewirr daher, in dem sich auch die Verantwortung des Einzelnen verliert.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/10/14/gamerro-carlos-das-offene-geheimnis/

Tschocherl Report | 11/10/2013 11:06

Ein fein gemachtes Buch mit stimmungsvollen Reportagen. Ich persönlich kann zwar nicht behaupten, dass ich gesteigerte Lust verspüre, diese oder andere Tschocherln mit ihren alkoholseligen Gästen aufzusuchen. Aber dank Fürnhammer und Mayr ist mir, als wäre ich ohnedies schon dort gewesen.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/10/11/furnhammermayr-tschocherl-report/

Vor dem Sturm | 07/10/2013 19:42

Naturkatastrophen sind ja schon schrecklich genug. Was ein Hurrikan für Arme (genauer: arme Schwarze) bedeutet, schildert Jesmyn Ward in ihrem fesselnden und bewegenden Roman.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/10/07/ward-jesmyn-vor-dem-sturm/

Mein Leben nach der Todeszelle | 29/09/2013 18:34

Bei allem Mitleid für Damien Echols, der nach 18 Jahren in der Todeszelle freigekommen ist: Sein Buch ist konfus geschrieben und nicht frei von Unklarheiten, was Zweifel aufkommen lässt. Es wird schon vieles stimmen von dem, was Echols berichtet. Aber was?

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/12/echols-damien-mein-leben-nach-der-todeszelle/

Sand | 29/09/2013 18:32

Ich habe dieses Buch gelesen, weil mir „Tschick“ ausnehmend gut gefallen hat und weil Herndorf dafür den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen hat. Jetzt bin ich von „Sand“ nicht enttäuscht, frage mich jedoch, ob dies wirklich eines der besten Bücher des Jahres 2011 gewesen ist.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/14/herrndorf-wolfgang-sand/

Vincentz, H: Die weiße Bestie | 29/09/2013 18:29

Das Buch hat einige Längen aber keine wirklichen Schwachstellen. Leider fehlen auch die packenden Höhepunkte. Die Idee, diese brisanten Themen aufzugreifen, ist lobenswert, aber ein Thriller braucht deutlich mehr Spannung.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/17/vincentz-helle-die-weise-bestie/

Süden | 29/09/2013 18:27

Man kann „Süden“ nicht „verschlingen“ wie die meisten Krimis oder Thriller. In diesen Krimis und Thrillern sind normale Menschen in der Regel eindimensionale Nebenfiguren. In „Süden“ – und das ist für mich eine zentrale Qualität – kommen eigentlich nur so genannten normale Menschen vor und haben so viel Tiefgang und ähnliche Probleme wie wir alle.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/19/ani-friedrich-suden/

Mander, M: Meine erste Lüge | 29/09/2013 18:25

Ich kann mit diesem Buch nichts anfangen, weil ich nicht an die Hauptfigur glaube. In der Ankündigung klang es plausibel, dass ein Zehnjähriger seiner Umwelt verheimlicht, dass seine Mutter gestorben ist. Mittlerweile bezweifle ich jedoch, dass ein Kind tatsächlich versuchen würde, – in derselben Wohnung wie die Leiche – allein über die Runden zu kommen.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/21/mander-marina-meine-erste-luge/

Die Trinity Verschwörung | 29/09/2013 18:24

Die Story würde wesentlich besser und glaubwürdiger rüberkommen, wenn sie zeitlich Anfang der 80er angesiedelt wäre. Denn leider muss der Autor die Protagonisten durch allerlei Konstruktionen daran hindern, die moderne Technik logisch einzusetzen.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/06/24/cumming-charles-die-trinity-verschworung/

Schlangenhaus | 29/09/2013 18:22

Ein sehr stimmungsvoller Ausflug an die britische Küste. Leider fällt einem der Abschied letztlich leichter als gedacht, weil die Story gegen Ende an Reiz verliert.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/08/bolton-sharon-schlangenhaus/

33 Songs | 29/09/2013 18:20

Da hat sich einer sein Leben lang mit Popmusik beschäftigt und plaudert nun – anhand einzelner Songs – darüber. Sehr bereichernd.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/11/pollanz-wolfgang-33-songs/

Krumbholz, M: Eine kleine Passion | 29/09/2013 18:18

Man kann „Eine kleine Passion“ auf vielfältige Art und Weise lesen: Als Großstadtroman am Rhein im Stil von Woody Allens Film „Manhattan“, als Hommage an James Joyce‘ „Ulysses“. als Dreieckliebessgeschichte ähnlich Truffauts „Jules und Jim“ und x anderer, als eine moderne „Erziehung des Herzens“ nach Gustave Flaubert, als leicht neurotisches Psychogramm eines weißen heterosexuellen Mannes ähnlich Woody Allens „Stadtneurotiker“ und nicht zuletzt als Nacherzählung der biblischen Passionsgeschichte.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/15/krumbholz-martin-eine-kleine-passion/

Mission - Spiel auf Zeit | 29/09/2013 18:16

Echten Fans bleiben leider nicht viele Möglichkeiten: Entweder ist man enttäuscht, weil P & C ihre Namen für einen solchen Mist hergeben, oder man ärgert sich, weil man als treuer Stammleser für dumm verkauft wird.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/18/prestonchild-mission-spiel-auf-zeit/

Mission - Spiel auf Zeit | 29/09/2013 18:15

Echten Fans bleiben leider nicht viele Möglichkeiten: Entweder ist man enttäuscht, weil P & C ihre Namen für einen solchen Mist hergeben, oder man ärgert sich, weil man als treuer Stammleser für dumm verkauft wird.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/18/prestonchild-mission-spiel-auf-zeit/

Edward | 29/09/2013 18:12

Es tut gut, sich an die Anfänge zu erinnern. Während wir gerade draufkommen, wie sehr das Internet unser Denken verändert, nachdem wir Fitness entdeckt haben, weil wir uns in der Arbeit nicht mehr oder ungesund bewegen, tut es gut, sich zu besinnen, wie das alles begann und wo wir herkommen. – Von den Bäumen.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/22/lewis-roy-edward/

Berlin liegt im Osten | 29/09/2013 18:10

In ihrem Roman zeigt Veremej eine vorsichtige, nicht immer einfache, nicht wie erträumte, aber doch gelungene Migrationsgeschichte. Ihre ruhige Erzählerin lässt die Leser an ihren Träumen und Erinnerungen teilhaben und im Zusammenspiel mit den Geschichten anderer wie etwa des Herrn Seitz werden so die Spuren des Ostens im einzelnen Menschen sichtbar gemacht.

Ausführliche Besprechung: http://www.eselsohren.at/2013/07/25/veremej-nellja-berlin-liegt-im-osten/

von Horn, D: Immer is' was | 29/09/2013 18:09

Ein hartes Stück Arbeit für den Leser ist es, das uns Dietrich von Horn da zumutet. Denjenigen, die den distanzierten Stil von Chroniken und Zeitgeistskizzen mögen, kann das durchaus Lesevergnügen bereiten. Dem Leser, dem es eher darum geht, für den jungen Helden Empathie zu empfinden, ist hingegen von der Lektüre eher abzuraten.

http://www.eselsohren.at/2013/07/29/von-horn-dietrich-immer-is-was/

Ein deutscher Sommer | 29/09/2013 18:06

Vielleicht hätte Henning besser ein Tatsachenbericht verfasst. Vielleicht wären uns dann auch Sätze wie dieser erspart geblieben: „,Ja‘, antwortete sie, die, das konnte er nun, da er aufgestanden und einen Schritt auf sie zugegangen war, sehen, in einem Rollstuhl saß.“

http://www.eselsohren.at/2013/08/01/henning-peter-ein-deutscher-sommer/

Kleine Biester | 29/09/2013 18:04

Für mich war Alefs Mix aus realistischen und karikaturhaften Figuren und Szenen irritierend. Ich wusste nie, was oder wen er – bei allem Humor – nun ernst nimmt oder eben nicht. Dass er seinen Roman am Schluss ins Fantasy-Action-Genre rutschen lässt, hat mich aus der Geschichte aussteigen lassen.

http://www.eselsohren.at/2013/08/21/alef-rob-kleine-biester/

Voodoo | 27/09/2013 10:58

Anders, als der deutsche Titel erwarten lässt (im Original heißt das Buch “Mister Clarinet”), handelt “Voodoo” nur am Rande von jener Religion, die durch die vermeintliche Praktizierung schwarzer Magie und jene berühmten Puppen bekannt ist. Nick Stone hat einen temporeichen Krimi mit faszinierenden, glaubwürdig dargestellten Menschen, mit vielen falschen Fährten und wirklich überraschenden Wendungen geschrieben. Verraten darf man nur, dass selten so viel Schein so sehr trügt.

Ausführliche Besprechung hier: http://www.eselsohren.at/2007/12/06/297/

Feuchtgebiete | 27/09/2013 10:57

Das alles könnte man als pubertäre Provokation hinnehmen, wäre Roche bei Erscheinen des Buches nicht schon 30 gewesen.

Ausführliche Besprechung hier: http://www.eselsohren.at/2013/01/09/roche-charlotte-feuchtgebiete/

Wir Tiere | 27/09/2013 09:19

Schade. Ich hatte im letzten Fünftel des Buches plötzlich den Eindruck, etwas Autobiografisches zu lesen, zu dem der Autor zu wenig Distanz hatte, während ich zuvor dachte, es mit einem Roman über das Heranwachsen von Männern unter nicht besonders liebevollen Umständen zu tun zu haben. Mir hätte das genügt. Ich hätte aber auch gern einen Roman über einen Buben gelesen, der in einer von Männern geprägten Welt seine Homosexualität entdeckt. Und nicht zwei Romane in einem.

http://www.eselsohren.at/2013/09/27/torres-justin-wir-tiere/

Gone Girl - Das perfekte Opfer | 26/09/2013 21:34

Wenn es ein Buch gibt, von dem man nicht viel verraten kann, weil man die Überraschungen nicht vorwegnehmen darf, dann dieses.
Wir haben den Journalisten Nick aus einfachen Verhältnissen, der sich hochgearbeitet und dann seinen Job verloren hat, weil die Zeitungen Finanzprobleme haben und sparen müssen. Wir haben seine im Wohlstand aufgewachsene Frau Amy, welche die Heldin der berühmten Kinderbuchreihe ihrer Eltern ist.

Amy zieht mit Nick widerwillig in die Provinz, von wo er stammt und wo er mit seiner Schwester eine Bar eröffnet, um finanziell über die runden zu kommen. (Amy hat sich zu diesem Ortswechsel auch überreden lassen, weil ihre Eltern ebenfalls in relativen Geldnöten sind.)

Und dann – an ihrem fünften Hochzeitstag – verschwindet Amy. Im Haus hat ein Kampf stattgefunden, bei dem Amy viel Blut verloren hat. Nach sieben Tagen hat man sie immer noch nicht gefunden und geht davon aus, dass sie ermordet worden ist. Nick hat kein Alibi. Im Laufe der Ermittlungen wird er zum Hauptverdächtigen. Als herauskommt, dass er eine Geliebte hatte, nimmt er sich einen Anwalt, der sich auf aussichtslose Fälle spezialisiert hat.

Da befinden wir uns ungefähr in der Mitte des Buches, das noch zwei verblüffende Haken schlägt und immer schauderhafter wird. Es geht nicht blutrünstig zu, wir erleben vielmehr Psychoterror und nahezu perfekte Hinterlist.

„Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?“, ist die Kernfrage von „Gone Girl“. Die Antwort ist: gar nicht.

http://www.eselsohren.at/2013/08/23/flynn-gillian-gone-girl/

Transitmordroute | 26/09/2013 21:28

Wie bei „Stadtschlösslleichen“ kann man sich auch bei „Transitmordroute“ des Eindrucks nicht erwehren, dass der wirtschaftspolitische Teil der Handlung Fakten beschreibt, die Dorfmeister wohl nicht übertreibt. Und auch für Laien sind die wirtschaftlichen Details verständlich beschrieben.

Wie „Stadtschlössl“ ist auch „Transitmord“ – zu – dialoglastig: Die Figuren erzählen sich oft Dinge, die ihr Gegenüber weiß; die Informationen sind an die LeserInnen gerichtet und würden besser in einem beschreibenden Absatz stehen.

Auch sprechen alle Figuren nicht nur sehr ähnlich, sie scheinen auch zum Großteil Seminare über gewaltfreie Kommunikation besucht zu haben, gehen also verbal sehr freundlich miteinander um. Auch wenn sie streiten.

http://www.eselsohren.at/2013/08/29/dorfmeister-stephan-transitmordroute/

Damals, jetzt und überhaupt | 26/09/2013 21:19

Es geht um eine Familie in den USA. Mr Sweet ist ein erfolgloser Komponist, der seine Enttäuschung und seine Wut zum kleinen Teil – gegen seine Familie gerichtet – tatsächlich auslebt, zum größeren Teil in seiner Fantasie. Da sieht er schon mal den abgetrennten Kopf seiner Frau auf der Arbeitsplatte liegen, da träumt er davon, seinen Sohn zu töten.

Man fragt sich, warum er seine Frau überhaupt geheiratet hat, der er vorwirft, dass sie ist, wie sie ist, und auch, dass sie von einer Karibikinsel stammt. Sie selbst bekommt davon anscheinend nichts mit, kümmert sich um Kinder, Haushalt und Garten in einem neuenglischen Dorf (in dem er, aus New York stammend, gar nicht wohnen will).

Man mag sich wundern, warum sich die beiden überhaupt geheiratet haben, dass sie es mit diesem Ekel aushält, und warum sie überrascht ist, dass er sie verlassen will. Obwohl Kincaid ausschweifend erzählt, erfährt man nicht viel über die Figuren. Sie wirken grob skizziert oder eher archetypisch mit ein paar individuellen Besonderheiten, ein bisschen wie Karikaturen.

Und so schildert dieser Roman in meinen Augen weniger eine bestimmte Familie als eine typische oder klischeehafte, in welche die LeserInnen ihre eigenen Erfahrungen hineininterpretieren können.

http://www.eselsohren.at/2013/09/09/kincaid-jamaica-damals-jetzt-und-uberhaupt/

Der schwarze General | 26/09/2013 21:14

Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, dass Alexandre Dumas d. Ä. („Die drei Musketiere“, „Der Graf von Monte Christo“) von schwarzen haitianischen Sklaven abstammte, sich selbst als „nègre“ bezeichnete und von der Gesellschaft vielfach geschnitten wurde. Noch weniger weiß man über seinen Vater, obwohl dieser ein zu Lebzeiten berühmter französischer Soldat gewesen ist.

Kein Franzose, sondern der amerikanische Journalist und Autor Tom Reiss hat über diesen eine Biografie verfasst, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Zu Recht. Reiss hat nicht bloß das Leben Alex Dumas‘ rekonstruiert, sondern schildert die Epoche der Französischen Revolution und Napoleons so kenntnisreich, vorstellbar und verständlich, dass „Der schwarze General“ auch Menschen interessieren müsste, denen sowohl der Soldat als auch sein Schriftsteller-Sohn egal sind.

http://www.eselsohren.at/2013/09/13/reiss-tom-der-schwarze-general/

Unwirkliche Bewohner | 26/09/2013 21:12

Paulo Scott berichtet von einem jungen Nachkommen der portugiesischen Einwanderer, Paulo, der ein kurzes Verhältnis mit dem indigenen Mädchen Maína eingeht. Es gelingt ihnen nicht, die Unterschiede ihrer Kulturen zu überwinden. Auch ihr Kind Donato lebt mit zwei Seelen in seiner Brust und vermag diese nicht anders zu integrieren als im Protest.

Scott erzählt dies in kurzen realistischen Szenen mit einer knappen, nüchternen Sprache, einfühlsam und doch auf Distanz zu seinen Figuren. Man hat nicht das Gefühl, eine erfundene Geschichte zu lesen, sondern einen Tatsachenbericht mit sperrigen Charakteren inklusive unsympathischen Eigenschaften. Sie sind weder Hollywood-Film- noch Bestseller-tauglich. Dazu passt, dass es kein Happy End gibt, sondern einen offenen Schluss.

Ein außergewöhnlicher Roman. Die Story ist zwar simpel, fängt jedoch die jüngere Geschichte Brasiliens unaufdringlich sinnbildlich ein. Die Erzählweise ist eher anspruchsvoll und doch zugänglich.

http://www.eselsohren.at/2013/09/16/scott-paulo-unwirkliche-bewohner/

Hartz 5 | 26/09/2013 17:32

Einen schön bösen Roman hat Peter Hetzler da geschrieben. Allen, die sich mit Hartz IV (oder ähnlichen Arbeitsmarkt-Services) herumschlagen müssen, werden ihre helle Freude daran haben. Und alle, die mit Behörden zu tun haben, auch.

Viele der geschilderten Situationen haben sich so oder ähnlich tatsächlich zugetragen, gibt der Autor zu verstehen. Das Finale wohl nicht. Denn da liefert die Erwerbslosengruppe eine „Robin Hood“-artige Aktion ab. Und das macht Spaß zu lesen.

Wie der übrige – launig und spannend geschrieben – Roman auch, der Sympathien für Arbeitslose weckt und so manche fragwürdige Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung humorvoll kritisiert.

http://www.eselsohren.at/2013/09/23/hetzler-peter-hartz-5/

Zehn Milliarden | 26/09/2013 17:29

„Zehn Milliarden“ ist ein unangenehmes Buch, weil es eigentlich nichts viel Fantasie braucht, um aus unserem gegenwärtigen Verhalten ein ähnliches Zukunftsszenario wie Emmott zu entwickeln. Man kann nur hoffen, dass es nicht ganz so schlimm wird und dass Emmotts Warnung ein Umdenken bewirkt wie der Bericht des Club of Rome 1972.

Dieser hat sich ja auch nicht in letzter Konsequenz bewahrheitet. Und „Der neue Bericht an den Club of Rome“ aus dem Jahr 2012 sieht unsere Zukunft nicht so drastisch wie Emmott. „Meine Prognose für die globalen Entwicklungen bis zum Jahr 2052 ist pessimistisch, aber nicht katastrophal“, schreibt dessen Autor Jørgen Randers. Das ist ja auch nicht gerade beruhigend.

http://www.eselsohren.at/2013/09/20/emmott-stephen-zehn-milliarden/

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